Kölner Brauhausschnäpse Teil 1: Kräuterschnaps „Deck un Dönn“

Kölner Brauhausschnäpse Teil 1: Kräuterschnaps „Deck un Dönn“
Heute starten wir den ersten Teil unserer Serie „Kölner Brauhaus Schnäpse“. Wir werden dazu in den den nächsten Wochen zahlreiche Brauhäuser besuchen und deren Hausschnäpse probieren. Unser erster Kandidat: „Deck un Dönn“, ein Kräuterschnaps aus dem Hause Früh. Wir haben diesen getestet im Brauhaus Steeps in Köln-Rodenkirchen.

Direkt aus dem Eisfach

Was zunächst mal auffällt ist seine helle Farbe. Im Vergleich zu den meisten Kräuterschnäpsen a la Jägermeister, ist er nicht dunkelbraun sondern eher Nussbraun. Von der Konsistenz her ist er recht dickflüssig, was uns gut gefallen hat. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Gläser und die komplette Flasche in unserem Fall direkt aus dem Eisfach kamen. Wie die Konsistenz bei Zimmertemperatur ist, können wir daher nicht mit Gewissheit sagen. Fest steht jedoch, genau so muss er getrunken werden: eiskalt.

Aus dem Hause Früh-Kölsch

Der Deck un Dönn kommt aus dem Hause der Kölschbrauerei Früh. Ob der Schnaps auch wirklich im eigenen Haus gebrannt wird, können wir allerdings nicht mit Gewissheit sagen, vermutlich eher nicht. Die wenigsten Kölschbrauereien brennen heute noch selber, für die meisten lohnt sich die eigene Destillerie schlicht nicht mehr: Meist lässt man anderswo brennen und dann im eigenen Namen abfüllen. Eine der wenigen, die tatsächlich noch selber brennen, ist übrigens die Sünner-Brauerei, die sich auch damit rühmt, die „einzige eingetragene Spirituosenbrennerei von Köln“ zu sein.

Namentlich spielt der Deck und Dönn – als waschechter Kölner Schnaps – auf die Kölner Stadtgeschichte an. Jeder Kölner kennt die Geschichte von Tünnes und Schäl, der eine dick (auf kölsch „deck“), der andere dünn („dönn“). Die Geschichte dazu findet sich auch auf dem Etikett wieder.

Kölner Schnaps mit Geschichte

Ursprünglich kam das Rezept für den Deck un Dönn von der Familie Hermann, die über Generationen hinweg am Chlodwigplatz eine Gaststätte mit Schnapsbrennerei betrieb. Im Jahr 1979 übernahm Früh Kölsch den Betrieb, der heute bekannt ist als „Früh Em Veedel“, ein wunderschöner alter Backsteinbau aus dem Jahre 1886. Die alten Rezepturen der Brennerei wurden überliefert und werden heute u.a. als „Deck un Dünn“ in allen Brauhäusern der Früh Gastronomie ausgeschenkt. Alte Fotos an den Wänden der Kneipe in der Kölner Südtstadt erinnern noch an die ehemalige Schnapsbrennerei und ein Teil der historischen Destillieranlage ziert immer noch das Restaurant der Gaststätte.

Ein süßer Kräuterschnaps

Vom dem (sorry, ist aber leider so) mieserablen Design der Etiketts und der billigen Anmutung der Flasche sollte man sich nicht täuschen lassen. Vom Geschmack her hat uns der Deck un Dönn nämlich wirklich gut gefallen. Er ist verhältnismäßig süß, sehr süffig und überfordert einen nicht mit typischen Kräuternoten wie Nelken, Zimt, Sternanis, Kardamom, Orangenschale, Koriander usw. Was uns, neben der angenehmen Süße übrigens auch gut gefallen hat, ist, dass er sich wirklich gut macht, als sog „Herrengedeck“. In Köln trinkt man bekanntlich gerne mal einen Kräuterschnäps zum Kölsch und dazu passt der Deck und Dönn tatsächlich ausgezeichnet. Na dann, Prost!

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